Die Waldenser zu Gast

- 08.05.2026 - 

Die Waldenser zu Gast beim ökumenischen Frauentreff Flehingen
 
Am 16. April haben die Frauen des ökumenischen Frauentreffs zu einem Vortrag über die Waldenser ins ev. Gemeindehaus auf dem Senselberg eingeladen.

Quelle: haag

Quelle: haag

Quelle: haag

Herr Oskar Combe, ehemaliger Ortsvorsteher aus Großvillars und Waldenser in der 10. Generation, zeigte eine Präsentation zum Thema: „Waldenser in Württemberg und Baden am Beispiel von Großvillars.“
Er wurde begleitet von Mitgliedern des ev. Kirchenchors Großvillars, die unter der Leitung von Frau Pfeil in Waldensertracht Liedvorträge (Waldenserlieder) darboten.
Im vollbesetzten Gemeindesaal berichtete Herr Combe zunächst über die Geschichte der Waldenser, die im 17. Jahrhundert aus Glaubensgründen aus ihrer Heimat in den französisch- savoyischen Alpen fliehen mussten.
Im Jahre 1699 entschloss sich der württembergische Herzog Eberhard Ludwig aus Ludwigsburg 3 000 Flüchtlinge in seinem Land aufzunehmen. 361 Personen aus Villar Perosa wurden auf Derdinger und Knittlinger Gemarkung angesiedelt. Die beiden Ortschaften mussten dazu ca. 450 Hektar Land, das sog. Waldensergut abgeben. Die Flüchtlinge bauten in typischer Bauweise ihr Dorf auf und lebten in ihren christlich-religiösen Traditionen. Der Wahlspruch der Waldenser lautet: „Lux lucet in tenebris“ (Das Licht leuchtet in der Finsternis).
Anfangs wurden die Flüchtlinge von der übrigen Bevölkerung nicht gerade freundlich aufgenommen, im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte jedoch durchmischte sich die Bevölkerung. Die französischen Familiennamen in Großvillars zeugen auch in der Gegenwart noch von ihrer Vergangenheit und manche Familie kann ihre waldensische Herkunft 10 bis 12 Generationen zurückverfolgen. Auch heute noch haben die Kultur und die Tradition der Waldenser in Großvillars einen hohen Stellenwert und werden von der Bevölkerung gemeinsam gepflegt. Seit dem Jahre 2006 besteht eine Städtepartnerschaft zwischen Oberderdingen und Villar Perosa in Obertalien, der ursprünglichen Heimat der Großvillarer Waldenser, und es werden sowohl auf politischer als auch auf Vereinsebene rege Kontakte und Austausche gepflegt.